Unternehmensgeschichte

Gründung 1963

Angefangen hat es mit einer Katastrophe.

Wäre nämlich im November 1963 nicht die Bootswerft von Markus Glas in Possenhofen durch einen Großbrand total zerstört worden, hätte es wahrscheinlich die Firma Elektro Glas in Pöcking nie gegeben. Irgendwann nach jenem Brand, dem neben der gesamten Werft auch 250 Schiffe zum Opfer fielen, saßen in einer Stammtischrunde beim Fischerwirt in Possenhofen Bürgermeister Grenzebach, der durch den Brand geschädigte Werftbesitzer Markus Glas sowie dessen Vetter, der junge Elektriker Albert Glas zusammen. In der Diskussion über Notwendigkeit und Umfang eines Werftneubaues kam man darauf, dass für die dabei anfallenden Elektroinstallationen kein einheimischer Betrieb in Frage käme, weil es eben in ganz Pöcking keinen selbstständigen Elektriker gab. Dies zu ändern sei Aufgabe von Albert Glas, meinte Grenzebach. Eine günstigere Ausgangsposition als einen über mehrere Jahre sicheren Großauftrag bei seinem Vetter werde er für die Selbstständigkeit niemals finden. Markus sah das genau so.

Starthilfe von Siemens

Gemeinsam überzeugten sie den Zögernden, der sich bis dahin mit seiner jungen Familie in sicherer Stellung beim Großkonzern Siemens ganz gut aufgehoben sah. Die Firma Elektro Glas war geboren. Startkapital in Höhe von 1600DM kam übrigens ausgerechnet von Siemens. Es war die dort übliche Erfolgsbeteiligung fürs vergangene Jahr, und dass Glas sie trotz seiner Kündigung erhielt, führt er heute noch dankbar auf eine persönliche Intervention des in Niederpöcking wohnenden Konzernchefs Ernst von Siemens zurück.

Albert Glas hatte seine noch während des Krieges bei Dornier in Neuaubing begonnene Lehre 1949 beim Eisenbahnausbesserungswerk in Freimann abgeschlossen und seit dem bei Siemens gearbeitet, unter anderem beim Aufbau des Max-Planck-Institutes für Plasmaphysik in Garching. Nun war er auf einmal selbst Unternehmer, wenn auch zunächst als Einmannbetrieb. Aber schon 1964 konnte er seinen ersten Mitarbeiter einstellen. Heute bietet Elektro Glas fast zwanzig Arbeitsplätze und ist damit als mittelständisches Unternehmen ein fester Bestandteil von Pöcking. Die Firma macht alles, was mit Elektroinstallation, Betrieb oder Reparatur zu tun hat, trotz oder gerade wegen der modernen Vielseitigkeit dieses Gewerbezweiges. Kernbereich ist zwar die Fachrichtung Gebäudetechnik, aber die Grenzen zwischen Fachbereichen sind fließend.

Pluspunkt Betriebsklima

Zufriedene Kunden sind natürlich die beste Werbung, und so sieht Albert Glas denn auch in Mundpropaganda aufgrund guter, zuverlässiger Arbeitsleistung die wichtigste Grundlage für neue Aufträge. Für gute Arbeit braucht man gutes Personal und ein gutes Betriebsklima. Bei Glas erkennt man das schon daran, dass Mitarbeiter langfristig der Firma verbunden sind. So gibt es aktuell Mitarbeiter mit Arbeitsjubiläen von über 52, 47, zweimal knapp 30 und einmal 10 Jahren.

Die Familie als solides Fundament

Drei Söhne hat Albert Glas, sieben Jahre Altersunterschied liegen jeweils dazwischen, aber alle drei arbeiten im väterlichen Betrieb: Hans-Horst, der Älteste, der als Rundfunk- und Fernsehtechniker die entsprechende Fachwerkstatt betreibt, übrigens zusammen mit dem Sohn jenes ersten Mitarbeiters, den der Senior 1964 eingestellt hatte. Albert, der Meister, der die Firma mittlerweile übernommen hat; – und Thomas, der Jüngste, der ebenfalls eine leitende Position einnimmt. Der eine Enkel des Seniors, Stefan, ist seit 2011 ebenfalls im Betrieb tätig und seit 2016 als Meister auf bestem Weg, die Familientradition weiter zu führen.